Amelie – ein selbstbestimmtes Leben allen Widerständen zum Trotz

Auf Wunsch der Klientin wurde ihr Name in dieser Geschichte geändert

Das Leben von unserer Klientin Amelie ist nicht immer schön verlaufen. Als Kind ist sie zu einer Pflegefamilie gekommen, die sie nicht gut behandelt hat. „Ich bin ein freiheitsliebender Mensch“, erzählt Amelie. „Früher musste ich mir alles gefallen lassen, ich habe sehr schlechte Erfahrungen gemacht, Gewalt aller Art erlebt und konnte nicht fliehen“, erinnert sie sich. Dieses frühe Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit von damals hat aus Amelie einen Menschen gemacht, der in allen Lebenslagen um jeden Preis alleine zurechtkommen möchte. „Ich will nie mehr gezwungen sein, Dinge auszuhalten, gegen meinen Willen mitzumachen und mich anzupassen“, das ist für Amelie ganz klar.

Amelie ist in Ostdeutschland in zwei Heimen bis zu ihrem 10.Lebensjahr aufgewachsen, bis sie in eine Pflegefamilie in Norddeutschland kam. Schon mit elf Jahren fing sie an, Geschichten zu schreiben, um sich aus ihrem schmerzvollen Leben wegzuträumen in unbeschwerte Parallelwelten. Mit elf Jahren hat sie auch zum ersten Mal versucht, sich umzubringen. 

In der Schule hatte sie eine Freundin, über die sie es vor 18 Jahren an den Niederrhein verschlagen hat. Heute wohnt sie mit ihrem besten Freund und einem Hund in einer schönen Wohnung in Kleve. Seit knapp fünf Jahren wird sie vom IWA betreut. 

Amelie ist immer schon sehr sportlich gewesen, früher war sie Leistungssportlerin, hat Leichtathletik und Kraftsport gemacht. Irgendwann hat ihr Körper nicht mehr mitgemacht, sie musste sich am Rücken operieren lassen. Schmerzen und Taubheitsgefühle sind auch nach der Operation geblieben, was Amelie, die den Sport immer noch liebt, sehr einschränkt. „Ich habe mir dann mein eigenes Sportprogramm zusammengestellt, eine Mischung aus Kraft- und Ausdauerübungen. Und ich gehe viel mit unserem Hund, einem Pinscher, spazieren“ so Amelie. 

2012 wurde bei Amelie eine Dissoziative Identitätsstörung (DIS) diagnostiziert. Das ist eine schwere psychische Traumafolgestörung. Dabei spaltet sich die Persönlichkeit in unterschiedlich viele Identitätszustände auf, die abwechselnd Kontrolle über Denken, Fühlen und Handeln übernehmen. Zusätzlich leidet sie unter Schlafstörungen. 

Amelie erinnert sich; „Früher hatte ich wahnsinnig viele Ängste, konnte das Haus nicht alleine verlassen.“ Ihre Hoffnung war trotzdem immer, ein selbständiges Leben zu führen. Das hat Amelie geschafft! Sie versorgt sich alleine, kann sich um ihre Belange kümmern, und hat, wie sie sagt, ihre Diagnosen akzeptiert. 

Ihre Willenskraft und ihre Disziplin haben dir geholfen, durchzuhalten. Respekt, liebe Amelie!

Q&A mit Malte Heuvelmann

Wo hast du vorher gearbeitet, bevor du Teil der Geschäftsleitung im IWA
geworden bist?

„Ich habe eine Ausbildung zum Bürokaufmann gemacht, die habe ich in einem
anderen Betrieb begonnen und 2016 beim IWA beendet. Im Anschluss habe ich
noch eine Weiterbildung zum Fachwirt absolviert. Erst hatte ich überlegt,
beruflich in den IT Sektor zu gehen. Dann hat mich die alte Geschäftsleitung
vom IWA angesprochen, ob ich mit Fabian die Leitung übernehmen möchte,
was wir dann 2019 gemacht haben. Mit Fabian habe ich mich direkt gut
verstanden. Wir haben viele ähnliche Ansichten, was die Arbeit betrifft.“

Was ist die größte Herausforderung für dich bei der Arbeit?

„Manchmal ist es schwierig, meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.
Ich habe bei der Arbeit ein Ideal vor Augen, das nicht immer umsetzten zu
können, ist nicht einfach auszuhalten. Dazu kommt der Druck, den mal als
Selbständiger hat.“

Was ist das Beste an deinem Job?

„Die Arbeit mit Menschen erfüllt mich. Ich sehe den Mehrwert, den wir
schaffen und die Dankbarkeit unserer KlientInnen. Außerdem arbeite ich gerne
mit Zahlen, das fordert meinen Kopf.“

Wobei tankst du neue Energie für die Arbeit?

„Ich habe schon mein Leben lang Sport gemacht und immer wieder neue
Sportarten ausprobiert. 18 Jahre lang habe ich Fußball gespielt, auch Golf
spielen und bouldern war dabei. Zurzeit gilt meine Leidenschaft der
Kampfkunst Brazilian Jiu-Jitsu. Außerdem bin ich gerne im Garten und lese in
der Sonne ein Buch.“

Was sind deine Ziele für das IWA?

„Mein Ziel ist es, das Unternehmen auch zukünftig stabil zu halten und weiter
zu entwickeln. Unsere Vision ist immer noch, ein Arbeitsfeld für unsere Klienten
zu schaffen, ein Arbeitsangebot, das Tagesstruktur schafft, zum Beispiel im
Bereich Gastronomie.“

Klientenbeiratswahl auf der Zielgeraden

Es gibt wieder Neuigkeiten vom Klientenbeirat! Viel Arbeit und Herzblut fließen seit Monaten in dieses Projekt. Bald ist es soweit, im September wird der Klientenbeirat final gewählt. Stichtag ist der 12. September.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Briefwahl wird aktuell vorbereitet, In den letzten Monaten haben sich engagierte Klientinnen und Klienten immer wieder getroffen, die Satzung wurde verfasst und verabschiedet, interessierte KlientInnen haben sich aufstellen lassen und sich und ihr Anliegen auf liebevoll gebastelten Plakaten vorgestellt. Wie ihr sicher schon gesehen habt, hängen die Plakate in unseren Büros in Kleve und Goch. 

Noch bis zum 30. Juni könnt ihr euch als KandidatIn bewerben, sprecht einfach Martin, Julia T. oder unsere Auszubildende Madleen an oder ihr gebt eure Bewerbungsunterlagen direkt in Kleve im Büro ab. Bei unserem alljährlichen Sommerfest am 17. Juli stellen sich dann alle KandidatInnen persönlich vor. Am 31. August ist die letzte Gelegenheit für euch, eure Stimme per Briefwahl abzugeben. 

Am Ende werden 5 KandidatInnen gewählt. Am 12. September werden in Goch und Kleve in den jeweiligen Büros unsere Wahllokale eingerichtet. Von 10 – 13 Uhr habt ihr Zeit, persönlich vorbei zu kommen und für eure*n WunschkandidatIn abzustimmen. Das Ergebnis wird direkt im Anschluss verkündet. Am besten, Ihr notiert euch die Daten gleich im Kalender!

Natürlich könnt Ihr euch auch von euren BetreuerInnen unterstützen lassen, wenn ihr Fragen habt oder Hilfe benötigt.

Nur ein kleiner Abschied…

Genau zehn Jahre waren es im Oktober2025. Vor zehn Jahren hat
Margit angefangen, die Buchhaltung für das IWA zu regeln. Sie erinnert
sich: „Damals waren wir 30 KollegInnen und etwa 100 Klienten.“ Heute
gibt es auf beiden Seiten etwa doppelt so viele! Damals gab es genau
einen Dienstwagen und das Klever Büro war flächenmäßig nur halb so
groß wie heute. Man merkt sofort, es hat sich viel getan in den letzten
zehn Jahren. Ungebrochen ist dahingegen Margits Freude an der Arbeit:
„Die Zeit beim IWA waren die besten zehn Arbeitsjahre, die ich in
meinem Leben hatte“, schwärmt sie. Ein Riesenkompliment. Darum geht
sie auch nicht so ganz. Statt wie bis vor kurzem in Vollzeit unterstützt
Margit nun nur noch einen Tag in der Woche das Büro.


Aber was ist es, dass die Arbeit beim IWA so besonders macht? Diese Frage kann Margit direkt beantworten: „Früher habe ich immer überall alleine gearbeitet, im Autohaus und in einer Baufirma. Im sozialen Bereich habe ich erfahren, was Menschlichkeit und Empathie bedeutet.“
Sie sagt, dass die Arbeit mit Menschen sie gelassener gemacht hat. „Ich habe gelernt, die Perspektive zu wechseln. Daran bin ich gewachsen“, erklärt sie.


Margit erinnert sich, dass es von Anfang an gut geklappt hat mit den KollegInnen. Ebenfalls ein Riesenvorteil war für sie die allgegenwärtige Hundeliebe im IWA. Aiko war in den letzten drei Jahren Margits treuer Begleiter im Büro. Wo geht so etwas schon?


Mittwochs ist zukünftig noch Margits und Aikos IWA-Tag. Langweilig wird
es ihr an den restlichen Tagen aber nicht werden. Margit hat drei Kinder
und vier Enkel, die sich auf mehr Zeit mit ihr freuen. „Ich werde es
genießen, mehr Ruhe und Muße zu haben“, so Margit. Nähen und
natürlich Spaziergänge mit ihrem tierischen Liebling stehen da ganz
vorne auf der Liste.


Liebe Margit, schön, dass du uns nicht ganz verlässt. Für den Rest
deiner Zeit wünschen wir dir alles Gute und viel Freude bei allem, was
dir am Herzen liegt.

Update zum Klientenbeirat

Langsam aber sicher geht es voran bei der Gründung unseres Klientenbeirats. Die Satzung wurde bereits verabschiedet und soll im IWA ausgehängt werden. Seit der Weihnachtsfeier haben alle interessierten Klienten die Möglichkeit, sich zu melden und als Vertreter*innen aufstellen zu lassen. „Der Hauptrat soll aus 3 Personen bestehen; 1. VorstitzendeR, 2. VorsitzendeR und Schriftführer*in. Dazu kommen 5 Vertreter*innen“, erklärt Thorsten. „Jeder kann sich aufstellen lassen“, betont er.

Aktuell engagieren sich vor allem Susanne, Thorsten und Sven S. bei der Organisation des Beirats. Susanne erklärt: „Wenn Klient*innen untereinander Streit haben, was gar nicht so selten vorkommt, möchte ich ihnen zuhören. Auch bei Gewalterfahrungen oder Sorgen und Problemen möchte ich ein offenes Ohr haben“, so unsere kommunikative Klientin.

Auch Thorsten fühlt sich berufen, die Klient*innen zu vertreten. „Manche Sachen laufen schief, es gibt Missverständnisse unter uns, da möchte ich vermitteln und versuche, mich neutral zu halten“, erklärt er.

Susanne ergänzt: „Ich will auch Leuten helfen, wenn z.B. eine Beziehung nicht mehr läuft. Auch über Ungerechtigkeiten muss geredet werden. Absprachen laufen nicht immer gut, Termine und Zeiten müssen eingehalten werden.“

Sven liegt ein anderes Thema am Herzen. Er will sich für ein breites Freizeitangebot im IWA einsetzten und sagt, dass die Umstellung auf die Online Formulare für viele Klient*innen schwierig sei.

Die finale Wahl steht im Sommer an. Also, liebe Interessent*innen, sprecht Teamleiter Martin oder die drei gerne an. Sie freuen sich auf den Austausch mit euch.

Firmensport bringt neue Power

Der Alltag von uns Bewo Mitarbeitenden ist immer spannend und manchmal ganz schön herausfordernd! Wir reden viel und hören zu, sitzen oft zahlreiche Stunden im Auto, schleppen Getränkekästen und Umzugskartons für unsere Klienten. Da ist abends nicht nur der Kopf müde, sondern auch der Körper. Zum Glück haben wir beim IWA einen firmeneigenen Fitnessraum, der in den Pausen oder nach Feierabend von allen Mitarbeitenden genutzt werden kann.

Für die eine ist es eine lockere Bewegungseinheit auf dem Laufband, der andere powert sich auf dem Stepper aus und wieder andere tanken neue Kraft beim Hanteltraining. Manchmal tut es auch gut, im Team Sport zu machen und sich dabei über den Tag auszutauschen – die Möglichkeiten beim IWA sind vielfältig. Unsere Fitnessraumbeauftragte Sandra gibt allen Interessierten eine Einweisung und schon kann es los gehen. Denn nach dem Sport fühlt man sich immer gestärkt und bereit für die nächste Herausforderung.

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